Dienstag, 14. Oktober 2014

Alan Bradley - Flavia de Luce 6 Tote Vögel singen nicht [Beate]



Endlich wurde sie gefunden. Nach über 10 Jahren soll Flavias Mutter Harriet mit dem Zug am Bahnhof von Bishop's Lacey eintreffen. Fast das ganze Dorf hat sich dort versammelt und selbst Winston Churchill taucht auf dem Bahnhof auf um Flavia eine sehr seltsame Frage zu stellen. Kurz darauf gesellt sich ein fremder Mann zu Flavia und raunt ihr eine Warnung zu. Ein paar Minuten später ist der Mann tot. Jemand hat ihn vor den Zug gestoßen. Was geht hier vor sich? Flavia wäre nicht Flavia, wenn sie nicht sofort beginnen würde zu ermitteln. Kann sie Licht ins Dunkel bringen? Und als wäre das nicht so schon alles schwer genug, tauchen auch noch Lena und ihre nervige Tochter Undine auf.

Endlich ist er da, der 6. Teil der Flavia-Reihe. Und schon ist er wieder gelesen. Ich nahm mir vor, mir ganz viel Zeit zu lassen und das Buch zu genießen, denn wer weiß, wie lange wir auf die Fortsetzung warten müssen. Aber das war leichter gesagt als getan, denn die Seiten flogen wieder geradezu an mir vorbei.

Was für eine tolle Geschichte dem Autor Alan Bradley hier wieder eingefallen ist. Flavia kommt einem alten Familiengeheimnis auf die Spur und das hat es echt in sich. Die Spannung hält wieder das ganze Buch über an. Und da Teil 5 mit einen ganz bösen Cliffhanger endete, war ich schon von der ersten Seite an voll im Geschehen und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Was mir an dieser Reihe besonders gut gefällt ist, dass sich die Figuren, allen voran Flavia, ständig weiterentwickeln. Ihre Schwestern haben in diesem Teil eine etwas kleinere Rolle, aber das störte mich nicht im Geringsten. Dogger ist wie gewohnt der hilfreiche Freund und Hüter vieler Geheimnisse. Ich finde, dass er ein absolut unverzichtbarer Charakter ist, genau wie Mrs. Mullet. Die Beiden sind die guten Seelen der Geschichte. In jedem Teil hoffe ich darauf, wieder ein wenig mehr über Dogger zu erfahren.

Der Schreibstil ist wieder so schön zu lesen und sehr bildhaft. Ich habe beim Lesen einen richtigen Film im Kopf laufen, so dass ich mir wohl niemals eine Verfilmung ansehen könnte, wenn es denn eine gäbe. Viel zu eindrücklich sind die Bilder die Alan Bradley in meinen Kopf pflanzt. So liebevoll sind seine Charaktere und so mysteriös ist Buckshaw mit seinen vielen Zimmern und dem verfallen Flügel mit Flavias Labor.

Oft werden mir Serien mit der Zeit langweilig und ich breche sie ab. Bei Flavia ist das genau anders herum. Die Folgen werden immer spannender und noch besser und ich kann es wirklich kaum erwarten, das neuste Buch in Händen zu halten. Dann wird alles zur Seite gelegt und das Buch verschlungen. Ich kann nichts dagegen tun und nach Einzug des Buches muss ich es sofort beginnen, das duldet einfach keinen Aufschub. Ich wünschte mir, mehrere Autoren könnten mich so komplett begeistern.

Ich vergebe für diese wundervolle Geschichte 5 von 5 Byrons, den Favoritenstatus und eine Leseempfehlung für alle die lesen können. Falls ihr die Reihe noch nicht kennt, solltet ihr aber unbedingt mit Band 1 beginnen, denn sonst nehmt ihr euch viel von dem Zauber und könnt nicht die Entwicklung der Figuren verfolgen. Ich hoffe auf noch ganz viele Fortsetzungen.

Reihenfolge:
1. Mord im Gurkenbeet
2.Mord ist kein Kinderspiel
3.Halunken, Tod und Teufel
4. Vorhang auf für eine Leiche
5. Schlussakkord für einen Mord
6. Tote Vögel singen nicht

© Beate Senft                          
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